compsylabASSESSMENT LABOR

INTERAKTIVES EXPERIMENT · PROTOTYP

Körpergewicht und Vorurteile
Was denkst du spontan?

Welche spontanen Assoziationen verbindest du mit Menschen mit höherem Körpergewicht und Menschen mit schlankerem Körperbau? Vergleiche dein indirektes Reaktionsmuster mit deinen bewussten Bewertungen der beiden Gruppen.

Die Aufgabe verwendet kurze Bezeichnungen wie „Dicke Person“ und „Schlanke Person“. Sie untersucht Assoziationen zu Körperbau, nicht Gesundheit, Wert oder Fähigkeiten eines Menschen. Dein eigenes Körpergewicht wird nicht erfragt.

Etwa 4–5 Minuten72 Durchgänge + ÜbungTastatur oder Touch

Erst reagieren

Ein kurzes Vorwort erscheint, danach ein positives oder negatives Zielwort. Ordne nur das Zielwort möglichst schnell und richtig zu. Aus den Reaktionszeiten schätzen wir implizite Assoziationen.

Dann bewusst bewerten

Nach der Aufgabe beantwortest du vier kurze Fragen zu deinen bewussten Einstellungen. Anschliessend vergleichen wir indirektes Reaktionsmuster und Selbstauskunft.

Deine Teilnahme

Gespeichert werden Durchgangsantworten, Reaktionszeiten, Timingqualität, vier Bewertungen und eine zufällige Browserkennung. Keine Namen, E-Mail-Adressen oder IP-Adressen in den Forschungsdaten. Die Kennung liegt 30 Tage als technisch notwendiges Cookie im Browser; pro Kennung zählt nur eine auswertbare Messung in der Gruppe. Technische Serverprotokolle richten sich nach den allgemeinen Hosting-Einstellungen.

Zweck ist die Erprobung dieser Aufgabe und ihre zusammengefasste Auswertung. Die Teilnahme ist freiwillig. Du kannst jederzeit abbrechen; die bereits angelegte Messung lässt sich bis zum Ende der Sitzung über „Meine Messung löschen“ entfernen. Bei späteren Datenschutzanfragen hilft dir Martin Steppan über mhsteppan@gmail.com. Anbieter & Kontakt

Wie möchtest du antworten?

SO FUNKTIONIERT AFFECTIVE PRIMING

Ein Vorwort. Ein Zielwort. Eine schnelle Bewertung.

Ein Prime kann die Bewertung eines anschliessenden Zielworts erleichtern oder erschweren. In dieser Aufgabe erscheint eine Bezeichnung für dicke oder schlanke Menschen oder ein neutrales Wort etwa 200 Millisekunden lang. Nach einer kurzen Leerstelle folgt das Zielwort. Die Prime-Zielwort-Zeit beträgt ungefähr 250 Millisekunden. Gemessen wird die Zeit von der Zielwortdarstellung bis zu deiner Antwort.

Die beiden Körperbau-Gruppen sind nicht von vornherein als positiv oder negativ festgelegt. Unser Hauptvergleich lautet:

D = (Höheres Gewicht: negativ − positiv) − (Schlanker Körperbau: negativ − positiv)

Ein positiver Wert passt zu einer relativ positiveren Assoziation zu höherem Körpergewicht; ein negativer Wert zu einer relativ positiveren Assoziation zu schlankerem Körperbau. Die neutralen Vorwörter liefern einen zusätzlichen deskriptiven Bezug, keinen weiteren Signifikanztest.

Zusätzlich zeigen wir vier beschreibende Teilassoziationen: positive und negative Zielwörter nach „dick“ bzw. „schlank“, jeweils gegenüber neutralen Vorwörtern und mit identischen Zielwörtern gepaart. Dafür werden keine zusätzlichen Signifikanzbehauptungen abgeleitet. Falsche Antworten und Zeitüberschreitungen erscheinen insgesamt und pro Bedingung; falsche Antworten gehen nicht in Reaktionszeitmittelwerte ein.

Auswertungsregeln und Signifikanz

72 Durchgänge in sechs zufällig gemischten Blöcken. Pro Block dieselben zwei positiven und zwei negativen Zielwörter in allen drei Prime-Kategorien. Die Tastenbelegung wird zufällig zugeteilt. Übungsdurchgänge werden nicht gespeichert.

Für Reaktionszeiten zählen nur richtige Antworten zwischen 200 und 1500 ms, ohne Tabwechsel oder vorzeitige Antwort. Tatsächliche Prime-Dauer muss zwischen 150 und 350 ms, die Prime-Zielwort-Zeit zwischen 200 und 450 ms liegen. Ein statistischer Block zählt nur, wenn alle acht Antworten zu den beiden Körperbau-Gruppen korrekt und gültig sind.

Mindestens fünf vollständige Blöcke und 75 % richtige Antworten sind für den individuellen Test erforderlich. Pro Block wird der zielwortgepaarte D-Wert berechnet. Ein zweiseitiger Vorzeichenwechseltest prüft den Mittelwert gegen null (alle 2ⁿ Kombinationen bis n = 16, danach 10 000 Ziehungen). Er setzt ungefähr symmetrische, hinreichend unabhängige Block- bzw. Personenwerte voraus. Schwelle: p < 0,05. Es gibt einen vorab definierten Hauptvergleich; die Einzelmessung bleibt explorativ.

95-%-Bootstrap-Intervalle beruhen auf 2000 Resamples: innerhalb der Person auf vollständigen Blöcken, in der Gruppe auf Personen. Kleine Stichproben können instabile Intervalle liefern. Gruppentests erscheinen erst ab zehn auswertbaren Browserkennungen. Durchgänge verschiedener Personen werden nicht als unabhängige Teilnehmer gepoolt.

Browser-Timing ist keine Labormessung. Die Inhalte wurden für diesen Prototyp zusammengestellt und sind noch nicht als individuelles Einstellungsinstrument validiert. Die Gruppenbezeichnungen erfassen Assoziationen zu Labels; sie erlauben keine Aussage über einzelne Menschen oder deren Gesundheit. Sprachliche Vertrautheit, gesellschaftliche Stereotype und die konkrete Wortwahl können mitwirken.

Methodischer Hintergrund: Reaktionsaktivierung beim affektiven Priming · Affective Priming als indirektes Einstellungsverfahren