Erst reagieren
Ein kurzes Vorwort erscheint, danach ein positives oder negatives Zielwort. Ordne nur das Zielwort möglichst schnell und richtig zu. Aus den Reaktionszeiten schätzen wir implizite Assoziationen.
INTERAKTIVES EXPERIMENT · PROTOTYP
Welche spontanen Assoziationen verbindest du mit Menschen mit höherem Körpergewicht und Menschen mit schlankerem Körperbau? Vergleiche dein indirektes Reaktionsmuster mit deinen bewussten Bewertungen der beiden Gruppen.
Die Aufgabe verwendet kurze Bezeichnungen wie „Dicke Person“ und „Schlanke Person“. Sie untersucht Assoziationen zu Körperbau, nicht Gesundheit, Wert oder Fähigkeiten eines Menschen. Dein eigenes Körpergewicht wird nicht erfragt.
Ein kurzes Vorwort erscheint, danach ein positives oder negatives Zielwort. Ordne nur das Zielwort möglichst schnell und richtig zu. Aus den Reaktionszeiten schätzen wir implizite Assoziationen.
Nach der Aufgabe beantwortest du vier kurze Fragen zu deinen bewussten Einstellungen. Anschliessend vergleichen wir indirektes Reaktionsmuster und Selbstauskunft.
DEINE ANTWORTTASTEN
Ignoriere das kurze Vorwort. Entscheide, ob das anschliessende Zielwort positiv oder negativ ist. Die Zuordnung bleibt für deine gesamte Messung gleich.
Ein Beispiel: Nach „Dicke Person“ erscheint „freundlich“. Die richtige Antwort ist positiv, unabhängig davon, wie du Menschen mit höherem Körpergewicht bewertest.
Wir beginnen mit 12 Übungsdurchgängen. Sie gehen nicht in die Auswertung ein. In der Hauptaufgabe gibt es kein Richtig/Falsch-Feedback.
Bleibe im selben Tab. Schliesse störende Benachrichtigungen und lege die Finger auf die Tasten. Nutze für Touch möglichst ein ruhiges Gerät. Keine Geschwindigkeitsrangliste: Richtig und konzentriert ist wichtiger als Rekorde.
Ordne das Zielwort zu. Das Vorwort musst du nicht bewerten.
DEINE BEWUSSTEN EINSTELLUNGEN
Es gibt keine richtigen oder falschen Antworten. Bitte bewerte alle vier Aussagen.
DEINE AUSWERTUNG · EXPLORATIV
| Vorwort-Kategorie | Positives Zielwort | Negatives Zielwort |
|---|
Mittelwerte korrekter, technisch auswertbarer Durchgänge. Unterschiedliche Wörter sind nicht automatisch gleich leicht; im Hauptvergleich werden deshalb dieselben Zielwörter innerhalb eines Blocks verglichen.
Die Gruppen enthalten nur auswertbare Messungen derselben Aufgabenversion, keine Testläufe. Jeder Browser steuert höchstens eine Messung bei. Die Gesamtgruppe mischt Tastatur und Touch; der zweite Vergleich berücksichtigt deine Eingabemethode. Die Gruppe ist selbst ausgewählt und keine repräsentative Bevölkerungsstichprobe. Fortlaufendes Nachsehen von p-Werten ist keine bestätigende Studie.
Ein Unterschied zeigt zunächst, dass die Wortkombinationen in dieser Sitzung unterschiedlich verarbeitet wurden. Vertrautheit, Sprache, Aufmerksamkeit und die Wortauswahl können dabei mitwirken. Das Ergebnis beweist keine verborgene oder unveränderliche Einstellung. Eine nicht signifikante Messung beweist umgekehrt nicht, dass es keinerlei Assoziation gibt.
Bewusste Bewertung und indirektes Muster dürfen übereinstimmen oder auseinanderliegen: Sie erfassen unterschiedliche Aspekte und sind beide mit Messfehlern behaftet.
SO FUNKTIONIERT AFFECTIVE PRIMING
Ein Prime kann die Bewertung eines anschliessenden Zielworts erleichtern oder erschweren. In dieser Aufgabe erscheint eine Bezeichnung für dicke oder schlanke Menschen oder ein neutrales Wort etwa 200 Millisekunden lang. Nach einer kurzen Leerstelle folgt das Zielwort. Die Prime-Zielwort-Zeit beträgt ungefähr 250 Millisekunden. Gemessen wird die Zeit von der Zielwortdarstellung bis zu deiner Antwort.
Die beiden Körperbau-Gruppen sind nicht von vornherein als positiv oder negativ festgelegt. Unser Hauptvergleich lautet:
D = (Höheres Gewicht: negativ − positiv) − (Schlanker Körperbau: negativ − positiv)
Ein positiver Wert passt zu einer relativ positiveren Assoziation zu höherem Körpergewicht; ein negativer Wert zu einer relativ positiveren Assoziation zu schlankerem Körperbau. Die neutralen Vorwörter liefern einen zusätzlichen deskriptiven Bezug, keinen weiteren Signifikanztest.
Zusätzlich zeigen wir vier beschreibende Teilassoziationen: positive und negative Zielwörter nach „dick“ bzw. „schlank“, jeweils gegenüber neutralen Vorwörtern und mit identischen Zielwörtern gepaart. Dafür werden keine zusätzlichen Signifikanzbehauptungen abgeleitet. Falsche Antworten und Zeitüberschreitungen erscheinen insgesamt und pro Bedingung; falsche Antworten gehen nicht in Reaktionszeitmittelwerte ein.
72 Durchgänge in sechs zufällig gemischten Blöcken. Pro Block dieselben zwei positiven und zwei negativen Zielwörter in allen drei Prime-Kategorien. Die Tastenbelegung wird zufällig zugeteilt. Übungsdurchgänge werden nicht gespeichert.
Für Reaktionszeiten zählen nur richtige Antworten zwischen 200 und 1500 ms, ohne Tabwechsel oder vorzeitige Antwort. Tatsächliche Prime-Dauer muss zwischen 150 und 350 ms, die Prime-Zielwort-Zeit zwischen 200 und 450 ms liegen. Ein statistischer Block zählt nur, wenn alle acht Antworten zu den beiden Körperbau-Gruppen korrekt und gültig sind.
Mindestens fünf vollständige Blöcke und 75 % richtige Antworten sind für den individuellen Test erforderlich. Pro Block wird der zielwortgepaarte D-Wert berechnet. Ein zweiseitiger Vorzeichenwechseltest prüft den Mittelwert gegen null (alle 2ⁿ Kombinationen bis n = 16, danach 10 000 Ziehungen). Er setzt ungefähr symmetrische, hinreichend unabhängige Block- bzw. Personenwerte voraus. Schwelle: p < 0,05. Es gibt einen vorab definierten Hauptvergleich; die Einzelmessung bleibt explorativ.
95-%-Bootstrap-Intervalle beruhen auf 2000 Resamples: innerhalb der Person auf vollständigen Blöcken, in der Gruppe auf Personen. Kleine Stichproben können instabile Intervalle liefern. Gruppentests erscheinen erst ab zehn auswertbaren Browserkennungen. Durchgänge verschiedener Personen werden nicht als unabhängige Teilnehmer gepoolt.
Browser-Timing ist keine Labormessung. Die Inhalte wurden für diesen Prototyp zusammengestellt und sind noch nicht als individuelles Einstellungsinstrument validiert. Die Gruppenbezeichnungen erfassen Assoziationen zu Labels; sie erlauben keine Aussage über einzelne Menschen oder deren Gesundheit. Sprachliche Vertrautheit, gesellschaftliche Stereotype und die konkrete Wortwahl können mitwirken.
Methodischer Hintergrund: Reaktionsaktivierung beim affektiven Priming · Affective Priming als indirektes Einstellungsverfahren